Schneller vom Labor in die Anwendung

FLAME-Professorin Ulrike Kramm erhält "Pioneer-Fund"-Förderung

26.11.2020 von

Das gemeinsame Innovationsförderprogramm der TU Darmstadt und des ENTEGA NATURpur Instituts unterstützt den Transfer von der Forschung in die Anwendung seit 2017 mit insgesamt 600.000 Euro jährlich.

Nach dem Vorbild der Natur: Edelmetallfreie Katalysatoren für Brennstoffzellen

Brennstoffzellen gelten zwar als grüne Technologie, sind aber durchaus verbesserungswürdig. Bis heute enthalten sie Katalysatoren aus Platin – obwohl das Edelmetall nicht nur knapp und teuer ist, sondern häufig unter bedenklichen Bedingungen abgebaut wird. FLAME-Professorin Dr. Ulrike Kramm und ihr Mitarbeiter Markus Kübler aus dem Fachbereich Chemie beschäftigen sich in ihrem Pioneer Fund-Projekt mit edelmetallfreien Katalysatoren für Brennstoffzellen. Sie ähneln unserem roten Blutfarbstoff und bestehen wie das Biomolekül aus Kohlenstoff, Stickstoff und Eisen. In die Stickstoff-Kohlenstoff-Strukturen können auch andere Metalle eingebunden sein.

Für laborübliche Mengen der Katalysatoren haben die TU-Forschenden bereits ein Herstellverfahren entwickelt. Die Gewinnung im größeren Maßstab sollte prinzipiell kein Problem sein, aber diverse Reaktionsparameter müssen dafür angepasst werden. Damit wollen sich Kramm und Kübler im Rahmen des Pioneer Fund-Projekts beschäftigen. Außerdem rückt die Nutzung der neuen Katalysatoren noch stärker in den Fokus. So sind unter anderem Langzeitversuche zur Stabilität geplant. Sie sollen deutlich über die bisherigen Experimente hinausgehen, die nur 24 Stunden oder wenige Tage dauerten.

„Mit der Unterstützung des Pioneer Fund wollen wir zunächst Betriebsbedingungen betrachten, wie sie bei kleineren Einheiten zur mobilen Stromversorgung Anwendung finden“, sagt Kramm. Als Beispiel nennt sie Brennstoffzellenmodule zur Energieversorgung beim Camping, weist aber darauf hin, dass ihre Forschung zur Elektromobilität ebenfalls von diesen Daten profitiert. Sie achte stets darauf, betont Kramm, das „große Ganze im Blick zu behalten“. Dabei hilft ihr nun der Pioneer Fund, denn mit den Mitteln kann ihr Team gewisse Aspekte vertiefen und zugleich den Blickwinkel erweitern.

Weitere bewilligte Forschungsprojekte und Informationen zum Pioneer Fund finden Sie auf den Seiten der TU Darmstadt.

Leistungsstarke Partner

HIGHEST, das Innovations- und Gründungszentraum der TU Darmstadt, sicherte bei zwei der drei vorgestellten Projekte die zu Grunde liegende Technologie durch Patentanmeldungen für die TU Darmstadt.

Der Pioneer Fund leistet einen wichtigen Beitrag zum Transfer von wissenschaftlichen Erkenntnissen aus der TU Darmstadt in Wirtschaft und Gesellschaft. HIGHEST fördert zusammen mit dem Partner ENTEGA NATURpur Innovationen in einer sehr frühen Phase und steigert somit die Innovationsfähigkeit der TU Darmstadt. Viele der geförderten Projekte begleiten HIGHEST zu einem späteren Zeitpunkt auf dem Weg zu öffentlichen Förderungen, wie z.B. EXIST, oder in Ausgründungen.

HIGHEST managt den Fund und koordiniert sämtliche Aktivitäten während der gesamten Antrags- und Förderungsphase. Die Entscheidungen zur Förderung trifft eine Kommission, die paritätisch aus jeweils vier Vertretern der Entega AG und der TU Darmstadt besetzt ist.